Krebsforschung
für das Tier
Wie viele
andere Hunderassen trägt auch der Boxer genetische Prädispositionen für
verschiedene Tumorerkrankungen mit sich. Dazu gehören neben dem Mastzelltumor vor
allem die Mammatumoren der Hündin und das Histiozytom.
Neu! November
2010: Drei Jahre vergleichende Krebsforschung: Interview mit Dr. Michael
Willmann
Diagnose Krebs –
Vom Mythos zur interdisziplinären Herausforderung
Großer Bedarf für die
Behandlung von Krebspatienten
Es ist davon auszugehen, dass etwa 4000 Hunde und 7000 Katzen pro Jahr in Österreich
an Krebs erkranken. Die Krebsbehandlung bei Tieren nimmt ähnlich wie in der
Humanmedizin einen immer größer werdenden Stellenwert ein. Noch im letzten
Jahrzehnt waren tierärztliche Behandlungsmöglichkeiten für Krebs beim Hund
begrenzt und die Prognose für unsere Hundepatienten oft schlecht. Die Statistik
belegt, dass 45 Prozent aller Hunde und 30 Prozent
aller Katzen, die älter als zehn Jahre werden, an Krebs versterben. Durch
geplante chirurgische Eingriffe, Bestrahlungstherapie und Chemotherapeutika
ist es heute möglich, an Krebs erkrankte Tiere zu behandeln und deren Leben bei
hoher Lebensqualität zu verlängern. Leider besteht im Vergleich zur
Humanmedizin nach wie vor ein großer Nachholbedarf, vor allem aufgrund der
hohen Behandlungskosten. Aus diesem Grund haben sich Veterinär- und HumanmedizinerInnen zusammengeschlossen, um gegen Krebs bei
Tier und Mensch gemeinsam vorzugehen, um leistbare Therapien zu entwickeln.
Europaweit erstmals
Krebsforschung für Tier und Mensch im Verein RotePfote
Univ.-Prof. Dr. Erika Jensen-Jarolim (Wegbereiterin der AllergoOnkologie
beim Menschen), Univ.-Prof. Dr. Edgar Selzer
(Onkologe an der Medizinischen Universität Wien) und Dr. Michael Willmann
(Onkologe an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, vetmeduni)
haben sich für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit im Bereich Krebsforschung
und Entwicklung neuer leistbarer Therapien zusammengeschlossen. Dieser Verein „RotePfote – Krebsforschung für das Tier“ soll nun die
gemeinsame Entwicklung auf dem Gebiet der Krebsforschung fördern, damit Tieren
wie auch Menschen besser geholfen werden kann.
Erste klinische Studien für
Tumorpatienten – kostenlos für TierbesitzerInnen
Die Förderungen und Spenden an
den Verein werden in erster Linie dazu benutzt, um Tieren und deren Besitzern
die Möglichkeit zu geben, in klinischen Studien mit neuesten
Therapiemöglichkeiten – in der Regel kostenfrei – teilzunehmen. Tierische
Patienten können so, ähnlich wie in der Humanmedizin, schon frühzeitig in die
Entwicklung von neuen Krebstherapien eingebunden werden und damit sehr früh von
neuen Medikamenten profitieren. Zurzeit läuft bereits eine klinische Studien
für Tumorpatienten, für die noch Patienten aufgenommen werden. „Im Rahmen
dieser klinischen Studien werden Hündinnen mit bösartigen Milchleistentumoren (Mammakarzinome) mit einer neuartigen Tumorimpfung
behandelt, und die ersten Ergebnisse erscheinen sehr vielversprechend“, so Dr.
Willmann von der vetmeduni. Tumorpatienten, die an
dieser klinischen Studie teilnehmen, werden über ein halbes Jahr genau
überwacht und erhalten alle Kontrollen im Verlauf der Behandlung kostenfrei.
Die Vergleichbarkeit der
Krebsarten ist heute aufgrund der Entschlüsselung des Erbguts bei Menschen,
Hunden und Katzen präzise möglich
Vor allem die markanten
Ähnlichkeiten von humanen Brustkrebs-, Prostatakarzinom-, Knochenkrebs-,
Lymphdrüsenkrebs-, Melanom- und Harnblasenkrebserkrankungen mit den gleichen
Krebserkrankungen unserer Haustiere legen eine Zusammenarbeit in der
Therapieentwicklung mehr als nur nahe. Um die nötige Vergleichbarkeit zu
gewährleisten, müssen die einzelnen Krebserkrankungen auch auf molekularer
Ebene untersucht und miteinander verglichen werden. Die Entschlüsselung des
Erbguts des Hundes (2005) und der Katze (2008) war in diesem Zusammenhang ein
wichtiger Meilenstein, der die Human- und die Veterinärmedizin im Kampf gegen
Krebs enger zusammenrücken ließ.
MedizinerIn, TierfreundIn,
WissenschafterIn
„In jedem von uns Initiatoren
steckt nicht nur der Mediziner und der Wissenschafter, sondern auch der
Tierfreund: Der Mediziner möchte Krebs heilen oder – noch besser – verhindern,
der Tierfreund sorgt sich um Gesundheit und Lebensqualität unserer Haustiere,
und der Wissenschafter sucht nach neuen Erkenntnissen. Im Verein RotePfote ist all das verbunden“, fassen die Initiatoren
des Vereins ihre Motivation zusammen.
Informationen, Kontakt
Nähere Informationen über den
Verein RotePfote und wie Sie helfen können, finden
Sie auf www.rotepfote.at
Dr. Katja Wolf
Office und Public Relation
office@rotepfote.at oder katja.wolf@rotepfote.at
Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr
Patient für
eine weitere Therapie in die klinische Studie aufgenommen werden kann, wenden
Sie sich bitte an:
Dr. Michael Willmann
Onkologische Abteilung, Klinik
für Interne Medizin und Seuchenlehre
Veterinärmedizinische
Universität Wien
Veterinärplatz 1
A-1210 Wien
michael.willmann@vetmeduni.ac.at