Krebsforschung
für das Tier
Wie viele
andere Hunderassen trägt auch der Boxer genetische Prädispositionen für
verschiedene Tumorerkrankungen mit sich. Dazu gehören neben dem Mastzelltumor
vor allem die Mammatumoren der Hündin und das Histiozytom.
Diagnose Krebs –
Vom Mythos zur interdisziplinären Herausforderung
Großer Bedarf für die
Behandlung von Krebspatienten
Es ist davon auszugehen, dass
etwa 4000 Hunde und 7000 Katzen pro Jahr in Österreich an Krebs erkranken. Die
Krebsbehandlung bei Tieren nimmt ähnlich wie in der Humanmedizin einen immer
größer werdenden Stellenwert ein. Noch im letzten Jahrzehnt waren tierärztliche
Behandlungsmöglichkeiten für Krebs beim Hund begrenzt und die Prognose für unsere
Hundepatienten oft schlecht. Die Statistik belegt, dass 45 Prozent aller Hunde
und 30 Prozent aller Katzen, die älter als zehn Jahre werden, an Krebs
versterben. Durch geplante chirurgische Eingriffe, Bestrahlungstherapie und
Chemotherapeutika ist es heute möglich, an Krebs erkrankte Tiere zu behandeln
und deren Leben bei hoher Lebensqualität zu verlängern. Leider besteht im
Vergleich zur Humanmedizin nach wie vor ein großer Nachholbedarf, vor allem
aufgrund der hohen Behandlungskosten. Aus diesem Grund haben sich Veterinär-
und HumanmedizinerInnen zusammengeschlossen, um gegen Krebs bei Tier und Mensch
gemeinsam vorzugehen, um leistbare Therapien zu entwickeln.
Europaweit erstmals
Krebsforschung für Tier und Mensch im Verein RotePfote
Univ.-Prof. Dr. Erika
Jensen-Jarolim (Wegbereiterin der AllergoOnkologie beim Menschen), Univ.-Prof.
Dr. Edgar Selzer (Onkologe an der Medizinischen Universität Wien) und Dr.
Michael Willmann (Onkologe an der Veterinärmedizinischen Universität Wien,
vetmeduni) haben sich für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit im Bereich
Krebsforschung und Entwicklung neuer leistbarer Therapien zusammengeschlossen.
Dieser Verein „RotePfote – Krebsforschung für das Tier“ soll nun die gemeinsame
Entwicklung auf dem Gebiet der Krebsforschung fördern, damit Tieren wie auch
Menschen besser geholfen werden kann.
Erste klinische Studien für
Tumorpatienten – kostenlos für TierbesitzerInnen
Die Förderungen und Spenden an
den Verein werden in erster Linie dazu benutzt, um Tieren und deren Besitzern
die Möglichkeit zu geben, in klinischen Studien mit neuesten
Therapiemöglichkeiten – in der Regel kostenfrei – teilzunehmen. Tierische
Patienten können so, ähnlich wie in der Humanmedizin, schon frühzeitig in die
Entwicklung von neuen Krebstherapien eingebunden werden und damit sehr früh von
neuen Medikamenten profitieren. Zurzeit läuft bereits eine klinische Studien
für Tumorpatienten, für die noch Patienten aufgenommen werden. „Im Rahmen
dieser klinischen Studien werden Hündinnen mit bösartigen Milchleistentumoren
(Mammakarzinome) mit einer neuartigen Tumorimpfung behandelt, und die ersten
Ergebnisse erscheinen sehr vielversprechend“, so Dr. Willmann von der
vetmeduni. Tumorpatienten, die an dieser klinischen Studie teilnehmen, werden
über ein halbes Jahr genau überwacht und erhalten alle Kontrollen im Verlauf
der Behandlung kostenfrei.
Die Vergleichbarkeit der
Krebsarten ist heute aufgrund der Entschlüsselung des Erbguts bei Menschen,
Hunden und Katzen präzise möglich
Vor allem die markanten Ähnlichkeiten
von humanen Brustkrebs-, Prostatakarzinom-, Knochenkrebs-, Lymphdrüsenkrebs-,
Melanom- und Harnblasenkrebserkrankungen mit den gleichen Krebserkrankungen
unserer Haustiere legen eine Zusammenarbeit in der Therapieentwicklung mehr als
nur nahe. Um die nötige Vergleichbarkeit zu gewährleisten, müssen die einzelnen
Krebserkrankungen auch auf molekularer Ebene untersucht und miteinander
verglichen werden. Die Entschlüsselung des Erbguts des Hundes (2005) und der
Katze (2008) war in diesem Zusammenhang ein wichtiger Meilenstein, der die
Human- und die Veterinärmedizin im Kampf gegen Krebs enger zusammenrücken ließ.
MedizinerIn, TierfreundIn,
WissenschafterIn
„In jedem von uns Initiatoren
steckt nicht nur der Mediziner und der Wissenschafter, sondern auch der
Tierfreund: Der Mediziner möchte Krebs heilen oder – noch besser – verhindern,
der Tierfreund sorgt sich um Gesundheit und Lebensqualität unserer Haustiere,
und der Wissenschafter sucht nach neuen Erkenntnissen. Im Verein RotePfote ist
all das verbunden“, fassen die Initiatoren des Vereins ihre Motivation
zusammen.
Informationen, Kontakt
Nähere Informationen über den
Verein RotePfote und wie Sie helfen können, finden Sie auf www.rotepfote.at
Dr. Katja Wolf
Office und Public Relation
office@rotepfote.at oder katja.wolf@rotepfote.at
Wenn Sie wissen wollen, ob Ihr
Patient für
eine weitere Therapie in die klinische Studie aufgenommen werden kann, wenden
Sie sich bitte an:
Dr. Michael Willmann
Onkologische Abteilung, Klinik
für Interne Medizin und Seuchenlehre
Veterinärmedizinische
Universität Wien
Veterinärplatz 1
A-1210 Wien
michael.willmann@vetmeduni.ac.at