Laktation nach der Scheinträchtigkeit:

Homöopathische Hilfe

 

Scheinträchtigkeit ist keine Krankheit

 

Zweifellos kennt ein Großteil der Hündinnenbesitzer die Symptome und eventuellen Probleme, die mit der Scheinträchtigkeit der Hündin einhergehen können. Die Hundedamen verhalten sich plötzlich ruhiger und sind weniger lebhaft, graben vorzugsweise unter dichten Gartensträuchern Nester, vermeintliche Wurfhöhlen und bewachen ihr Spielzeug vom Quietschpupperl bis zum Wurfkong als Welpenersatz. Auch körperliche Veränderungen können auftreten: Das Gesäuge schwillt an, und eventuell produziert die Hündin am Ende der Scheinträchtigkeit Milch. All das kann für Hündin und Besitzer eine Belastung werden, aber dennoch dürfen wir niemals vergessen, dass Scheinträchtigkeit keine Krankheit ist, sondern ein ganz normaler Abschnitt im Zyklus der Hündin, den JEDE nichtkastrierte Hündin, ob Mischling oder Rassedame, durchläuft.

 

Altes Wolfserbe

 

Das hormonelle Geschehen im Körper der Hündin ist nach der Läufigkeit bei trächtigen und nichtträchtigen Hündinnen nahezu identisch! Das ist ein absolut natürlicher physiologischer Ablauf – wenn wir so wollen ein altes „Wolfserbe“, eine Sicherheitseinrichtung der Natur. Hatte die Wolfsfähe ihre Jungen zur Welt gebracht und kam aus welchen Gründen auch immer ums Leben, so mußte im Rudel auch in diesem Fall für die mutterlosen Welpen gesorgt werden. Die anderen rangniedrigeren Wölfinnen, zumeist zur gleichen Zeit läufig wie die Fähe, sprangen nun ein, um die Welpen an Mutterstelle aufzuziehen und mit Milch zu versorgen.

 

Vermeidung von Entzündungen

 

So sind es denn auch bei unseren Haushündinnen die Hormone, die das Verhalten nach der Läufigkeit steuern und die Milchproduktion anregen – bei der einen ausgeprägter, bei der anderen weniger auffällig. Viele Faktoren, darunter Haltung, Auslastung und Ernährung, spielen dabei eine Rolle. Lässt sich den Verhaltensauffälligkeiten zumeist mit Anlenkung, vermehrter Aktivität in Sport und Spiel und einer kurzzeitigen Entfernung aller Spielsachen begegnen, so stellt das angeschwollene Gesäuge unter Umständen eine größere Aufgabe dar. Wichtig auch hier in erster Linie das Bewusstsein, dass es sich auch dabei noch um einen natürlichen Vorgang handelt, der weder eine Prädisposition für Gebärmutterkrebs noch eine Indikation für eine Kastration darstellt. Von großer Bedeutung ist ebenso die Tatsache, dass nicht wie vielfach behauptet die Milchproduktion an sich ein erhöhtes Risiko für Mammatumoren einschließt, sondern erst  die aus der Milchproduktion eventuell entstehenden Entzündungen (auch eine scheinträchtige Hündin kann eine Mastitis bekommen!) das Krebsrisiko je nach Veranlagung der Hündin erhöhen. Derartige Entzündungen in der Scheinträchtigkeit lassen sich aber mit einer aufmerksamen Beobachtung der Hündin und rechtzeitigem Eingreifen zu nahezu 100 Prozent verhindern. Abgesehen vom alten wohl bekannten Hausmittel des Topfenumschlags bei einem angeschwollenen Gesäuge, von abschwellend wirkenden Heilsalben (z.B. Heparin-Salbe)und einer deutlich eiweißreduzierten Ernährung steht mit dem bekannten schulmedizinischen Präparat „Galastop“ ein wirksames Medikament zur Verfügung. Zu den selten beobachteten Nebenwirkungen von  „Galastop“ gehören Müdigkeit und Erbrechen, und natürlich sollte der Tierarzt wie bei jeder Medikamentengabe die Gegenanzeigen beachten.

 

Homöopathische Alternative

 

Als eine echte Alternative zu „Galastop“ erweist sich immer mehr eine in der Wiener Tierärztlichen Monatszeitschrift 11/12-2008 vorgestellte und inzwischen von einigen Boxerbesitzern in Deutschland und Österreich erfolgreich erprobte homöopathische Vorgangsweise mit Thuja occidentalis. In einer klinischen Studie verschiedener Universitäten hat sich die Wirksamkeit dieses Präparats immer wieder bestätigt: Die Gabe von Thuja occidentalis D30 (8 Globuli 3 mal täglich) brachte bei den Studienteilnehmerinnen und auch bei den Boxerhündinnen, die bisher von ihren Besitzern mit Thuja occidentalis behandelt wurden, einen 100prozentigen Therapieerfolg.  Alle Hündinnen zeigten innerhalb von zehn bis 14 Tagen wieder ein normales Verhalten und keinerlei Milchproduktion oder Veränderungen an den Milchdrüsen mehr.